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Die Bewertung der Biere erfolgt anhand eines standardisierten Prüfprotokolls und einem Gesamturteil, welches die wichtigsten Besonderheiten des Bieres erläutert und beschreibt.
Die Biere werden zum Monatsanfang verschickt und sollten bis zum Monatsende der sensorischen Prüfung unterzogen und die Ergebnisse eingetragen werden. Am Monatsletzten wird die Runde geschlossen und die Bewertungen der Jury und aller Mitglieder zur Einsicht freigegeben.
Aus den fünf Bewertungen der Juroren wird der Durchschnittswert ermittelt, der als Vergleichsgröße für die übrigen Bewertungen dient. Je näher die Mitglieder mit Ihrer Bewertung dem Durchschnittswert entsprechen, desto besser. Die Differenzen werden addiert und am Jahresende der Biersensoriker des Jahres gekürt.
Das Prüfprotokoll
Neben dem sortenspezifischen Gesamteindruck werden 13 Prüfmerkmale bewertet. Hierbei sind die sortenspezifischen Eigenschaften zu berücksichtigen. So wird z.B. bei einem Pils eine andere Intensität der Bittere verlangt, als bei einem Weißbier.
Jedes Prüfmerkmal wird mit einem Punktwert von 1 - 5 bewertet, wobei die "1" für gar nicht sortenspezifisch vergeben wird und die "5" die Anforderungen voll erfüllt. Fünf Prüfmerkmale und der Gesamteindruck werden doppelt gewichtet, so dass ein "vollkommenes Bier" 100 Punkte erzielen kann.
Zu den optischen Prüfmerkmalen gehören:
- Farbe
- Ausprägungen: von sehr hellen Gelbtönen über goldene, strohfarbene und bernsteinfarbene Töne, zum Teil mit rötlichen Ausprägungen zu kupferfarbenen Ausprägungen bis hin zu feurig dunklen und tiefschwarzen Farbgebungen
- Klarheit
- Ausprägungen: von blanken und glanzfeinen Bieren über opalisierende Ausprägungen bis hin zu kräftig trüben Bieren mit deutlich geschmacksgebenden Hefeanteilen
- Schaumbildung
- Schaumhaltbarkeit (2x)
- Schaumhaftvermögen
- Ausprägungen: Bier besitzt infolge der Schaumbildung einen anregenden optischen Eindruck, der vor allem über die Art des Einschenkens geprägt wird. Um diese positive Wirkung voll zum Ausdruck zu bringen, sollte jedes Bier eine möglichst lange währende Schaumhaltbarkeit und ein gewisses Schaumhaftvermögen am Glasrand besitzen.
Ferner wird das Flavour bewertet, hiezu zählt:
- Reinheit des Geruchs (2x)
- Spezifischer Sortengeruch
- Ausprägungen: der Geruch von Bier ist stark abhängig von der Biersorte und sollte für die Biersorte ein typisches Aroma aufweisen. Durch Verwendung von qualitativ minderwertigen Rohstoffen (Wasser, Malz, Hopfen) oder durch Fehler in der technologischen Bearbeitung können sensorische Bierfehler auftreten, die es bei einer sensorischen Qualitätsprüfung aufzudecken und zu benennen gilt.
- Reinheit des Geschmacks (2x)
- Ausprägungen: Bier ist ein Frischeprodukt. Im Gegensatz zu Wein oder bestimmten Spirituosen ist bei Bier die Reifung in der Regel beim Abfüllvorgang in der Brauerei abgeschlossen. Ab diesem Zeitpunkt wirken sich Alterungsvorgänge sensorisch negativ aus. Ausnahmen sind bestimmte Starkbiere, die im Verlauf der Alterung sherryartige Aromen annehmen, die von manchen Kennern sehr begehrt sind.
- Rezenz
- Ausprägungen: Je nach Typ und Sorte besitzt Bier immer eine gewisse Spritzigkeit oder Rezenz. Dieser „Frischegrad“ ist bei Bier jedoch sehr unterschiedlich und reicht von dem häufig nur leicht moussierenden „Zwickelbier“ bis hin zu den sehr spritzigen und elegant wirkenden Weizenbieren.
- Vollmundigkeit (2x)
- Ausprägungen: der Körper eines Bieres besitzt in seiner Ausprägung eine große Bandbreite. Von den schlank wirkenden und damit als Durstlöscher hervorragend geeigneten Leichtbieren über die runden und körperbetonten Export- und Spezialbiere bis hin zu den fülligen und mächtigen Bock- und Doppelbockbieren. Das Ende der Bandbreite in der Vollmundigkeit setzen die bis ins likörartig gehenden Eisböcke.
- Intensität der Bittere
- Qualität der Bittere (2x)
- Ausprägungen: die Intensität der Bittere kann je nach Biertyp sehr unterschiedlich ausgeprägt sein und reicht von nur schwach wahrnehmbaren Bitternoten wie häufig bei Weizenbieren bis hin zu kräftig herben Geschmackseindrücken bei verschiedenen Pilstypen oder Altbieren. Die Ausprägung des bitteren Geschmacks sollte jedoch in jedem Fall so sein, dass die Bittere rasch und harmonisch ausklingt und kein unangenehmer Bei- oder Nachgeschmack auftritt.
- Nachtrunk
- Ausprägungen: im Gegensatz zu Weinproben wird bei Bierverkostungen das Produkt immer bis zum Ende genossen, d.h. auch geschluckt. Auf diese Weise kann der Ausklang des Bieres besser beurteilt werden. Ein harmonischer Nachtrunk bringt weder eine stark nachklingende Bittere noch eine aufdringlich im Mundraum verbleibende Säure oder Süße mit sich. Das Ausklingen des Bieres soll bereits Freude auf den nächsten Schluck machen und somit zum Weitertrinken verleiten.
Das Prüfergebnis
| Punktbereiche |
Bewertungsbereiche
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100 - 96
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Sehr gute Qualität - sortentypisch
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95 - 86
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Gute Qualität - noch sortentypisch
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85 - 76
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Leichte Mängel - nicht ganz sortentypisch
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75 - 66
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Deutliche Mängel - nicht mehr sortentypisch*
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| < 66 |
Erhebliche Mängel - Bier wird abgeleht **
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(auch wenn nur ein Prüfmerkmal 2 Punkte* bzw. 1 Punkt** erreicht)
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