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Ganz dem Kulturgut Bier verschrieben Drucken E-Mail
Mittwoch, den 08. Dezember 2010 um 16:50 Uhr

Camba BavariaMit einem „losen Zusammenschluss“ von Anlagenbauern und Braumeistern hat im Jahr 2003 alles begonnen. „Damals waren wir verschrien als Ich-AG, die in der Garage baut“, erzählt BrauKon-Geschäftsführer Markus Lohner. Der Gundelfinger Brau- und Malzmeister, Produktionsleiter und Diplom-Biersommelier hat das Truchtlachinger Unternehmen längst aus dieser Ecke rausgeholt: Inzwischen ist BrauKon im mittelständischen Brauereianlagenbau führend.

„Als wir BrauKon gegründet haben, hatte ich eine Wunschliste mit Fachleuten. Und diese Wunschliste wird abgearbeitet“, so Lohner. Mit der Zeit hat er sich ein schlagkräftiges Team zusammengestellt, eine „Ballung von Fachwissen“, wie es der Geschäftsführer beschreibt. Etwa 40 Mitarbeiter sind hier beschäftigt – zum Teil im Anlagenbau, zum Teil im Brauhandwerk. Weil sich BrauKon eine eigene „Versuchsbrauerei“ leistet, mit deren Produkten die Truchtlachinger potenzielle Kunden überzeugen wollen – und überzeugen.

Der erste große Auftrag wurde 2004 an Land gezogen: BrauKon richtete ein Sudhaus mit der Sudgröße 30 Hektoliter für die Tröegs Brewing Company in Harrisburg (US-Bundesstaat Pennsylvania) ein. Dann folgten ein 40-Hektoliter-Sudhaus für die Klosterbrauerei Mallersdorf, der erste große internationale Brauereiumbau in Port Harcourt in Nigeria mit der Sudhausgröße von 350 Hektolitern, der erste große Brauereiumbau in Deutschland bei der Hirschbrauerei in Sonthofen mit einer Sudhausgröße von 160 Hektolitern. 2005 bezog BrauKon das Firmengelände am Truchtlachinger Mühlweg – mit einer eigenen Produktionshalle und einem geräumigen Bürogebäude. Im Februar 2007 wurde der beste Monat der jungen Firmengeschichte mit den Brauerei-Aufträgen von Svaneke (Dänemark), Rogue (Newport/USA) und Brauhaus Liechtenstein gefeiert – mit einem Gesamtvolumen von drei Millionen Euro.

2008 wurde die Brauerei „Camba Bavaria“, die Vertriebs-GmbH für den Betrieb des BrauKon-BrauTechnikums, gegründet. Hier werden inzwischen 23 verschiedene Biersorten gebraut. Im darauffolgenden Jahr gab’s eine wichtige Auszeichnung: BrauKon gehört zu den 100 innovativsten Unternehmen im deutschen Mittelstand – zu den „Top 100“. In der Jury dieses Mittelstandspreises sitzen unter anderem Unternehmensberater Prof. Dr. Roland Berger, Pro7-Gründer Dr. Georg Kofler und  BVMW-Präsident Mario Ohoven, Top-100-Mentor ist der ehemalige Baden-Württembergische Ministerpräsident Lothar Späth. Doch 2009 gab nicht nur Anlass zur Freude: Die Wirtschafts- und Finanzkrise machte auch vor dem Brauereiwesen nicht Halt: „Wir hatten einen Umsatzrückgang von 20 bis 30 Prozent zu verzeichnen“, sagt Lohner. „Aber schon ab September hat’s wieder deutlich angezogen. Wir sind dann aus dem Krisenjahr extrem gut rausgegangen.“

Dieser Trend setzte sich fort: 2010 ist erneut als Rekord-Auftragsjahr in die Firmengeschichte eingegangen: 24 Projekte soll BrauKon verwirklichen – darunter Brauereien in Aserbaidschan und Syrien. „Ein Kunde in den USA ist ähnlich gewachsen wie wir. Für den dürfen wir einen komplett neuen Standort einrichten.“ Ging’s bislang ausschließlich um die Brautechnik – BrauKon hat auf diesem Gebiet mehrere Patente –, wird man sich im kommenden Jahr voraussichtlich erstmals auch um das „Drumherum“, den Bau des Brauereigebäudes kümmern. BrauKon baut das Portfolio also weiter aus.

Innerhalb von nur sieben Jahren haben es die Truchtlachinger an die Spitze der Brauereianlagenbauer geschafft. Wie das möglich ist? Lohner: „Bei uns steht das Bier im Fokus, alle Mitarbeiter bringen die ,Liebe zum Bier‘ mit. Der Wettbewerb kommt aus dem reinen Anlagenbau – und wir gehen genau den anderen Weg. Wir haben Braumeister, -techniker und –ingenieure im Anlagenbau, in der Projektleitung, im Verkauf und in der Projektabwicklung.“ Eben jene besagte „Ballung von Fachwissen“. Damit sei man kompetenter Ansprechpartner dessen, der nicht eine x-beliebige Anlage kaufen will, sondern eben eine Brauereianlage. „Wir liefern Full Service“, so Lohner. Anlagenbauer, die nicht nur wie Brauer denken, sondern Brauer sind - ein entscheidender Wettbewerbsvorteil.

Lohner und sein Team bauen dabei auf belastbare Lieferantenbeziehungen. „Unsere Lieferanten sind zuverlässig, liefern termingerecht. Und sie liefern vor allem Qualität.“ 95 Prozent der Zulieferer sind deutsche Betriebe. BrauKon stärkt somit die Binnenwirtschaft.

Das nächste laufende Projekt ist Camba Bavaria, die hauseigene Brauerei. „Die soll schnell rentabel funktionieren, das Potenzial ist da.“ Gebraut werden vorwiegend Spezialbiere – natürlich unter Berücksichtigung des Reinheitsgebotes. Weil BrauKon und Camba Bavaria das Kulturgut Bier im Blick haben. Man will das Bier aus der Position des beliebigen Massenprodukts herausholen. Eine Position, die es außerhalb Deutschlands oft gar nicht innehat. Dort steht es bisweilen auf derselben Stufe wie Wein. „… im Geruch dominieren Bananen- sowie feine Karamellnoten. Im Antrunk ist er kräftig, mit süßlich fruchtigem Geschmack, der weich abklingt und einen dezenten Eindruck verschiedenster Fruchtaromen hinterlässt“ heißt es in einer Beschreibung im Unternehmensprospekt. Da will Camba Bavaria hin. Deshalb haben neben Lohner zwei weitere Mitarbeiter die Ausbildung zum Biersommelier absolviert: Dominik Wiedenbauer und der Assistent der Geschäftsleitung, Hubert Unterweger.

Dass BrauKon und Camba Bavaria damit den richtigen Weg eingeschlagen haben, zeigen nicht zuletzt die Gold- und die beiden Silbermedaillen, die ihre Biere beim European Beer Star Award 2009 und 2010 eingefahren haben. Mit dem Preis werden jährlich die weltbesten Biere vom Verband der privaten Brauereien und der Association of small and independent breweries ausgezeichnet.

Auch in der Küche wollen Lohner und sein Team das Bier als Spezialität etablieren. In Zusammenarbeit mit Erich Hartl, Mitarbeiter beim Traunreuter Anzeiger und bekannter Hobbykoch, wurde ein Bier-Salz entwickelt. Und ein Biersenf. Vertreiben will man diese Zusatzprodukte unter anderem auch im Schankraum am Mühlweg. „Derzeit bemühen wir uns noch um die Gaststättengenehmigung. Dann haben wir die Möglichkeit, zum Bier auch Brotzeiten zu reichen. Eine richtige, kleine Gastronomie also.“ Bierproben finden hier regelmäßig statt – jeden vierten Donnerstag im Monat. Und die urigen Räumlichkeiten können für Betriebsfeierlichkeiten angemietet werden.

Werden Sie Camba Club Mitglied unter www.cambabavaria.de

Quelle: www.chiemgau-online.de

 

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